SC Syrau verteidigt Pokal

SC Syrau verteidigt Pokal

Der SC Syrau hat mit einem 3:2 gegen die SG Rotschau in einem spektakulären Finale vor 855 zahlenden Zuschauern am Samstag im Oelsnitzer Elstertalstadion den Fußball-Kreispokal verteidigt. Mann des Tages war Syraus Marco Weigl, der erst einem Elfmeter verschoss, aber dann drei Minuten vor dem Abpfiff das Siegtor köpfte. 

Oelsnitz - Nach zwölf Minuten schien der erneute Pokalsieg des SC Syrau bereits festzustehen: Durch Schneiders Kopfball nach Heinzes Flanke und Rotthoffs Volleyschuss im Nachsetzen führte der Pokalverteidiger da schon mit 2:0. Dann wuselte sich Rotschaus Barschdorf durch den Syrauer Strafraum und kam zu Fall. Den sehr schmeichelhaften Elfmeter verwandelte er selbst zum 1:2-Anschlusstreffer. 
Nur vier Minuten später zeigte der nun von beiden Fan-Lagern geschmähte Referee Zimmermann auf der Gegenseite ebenfalls zur Überraschung vieler Zuschauer auf den Punkt, worauf das Wort „Konzessionsentscheidung“ die Runde machte. Aber Syrau schlug daraus keinen Vorteil, Rotschaus Schlussmann Weidlich hielt Weigls Elfmeter. 
Als nach der Pause Syraus Dominique Steinbach den Ball völlig frei und unbedrängt zum 2:2 in den eigenen Kasten köpfte, konnte einem um die Moral der Kicker von der Drachenhöhle Angst und Bange werden. Doch weit gefehlt: In der Folgezeit rüstete der Titelverteidiger zum Sturmlauf, während von den Rotschauern erstaunlicherweise immer weniger zu sehen war. Ausgenommen einige Rauchbomben, die das Elstertalstadion in deren Vereinsfarben Rot und Schwarz hüllten. 
Das Bollwerk der Rand-Reichenbacher hielt lange: Die Kopfbälle der Syrauer Schneider (55.) und Köttnitz (63.) flogen vorbei, Rotschaus Keeper parierte Weigls Flachschuss (69.), Sennewald ballerte knapp über die Latte (71.). 
Das Publikum richtete sich gerade auf eine Verlängerung ein, da flankte Köttnitz, Weigl schraubte sich am langen Pfosten in die Höhe und wuchtete die Kugel mit vorletzter Kraft in die Maschen. Mit der letzten Energie schlug er danach einen Salto auf dem Rasen, um anschließend von einem Pulk auf den Platz gestürmter Vereinskameraden verschluckt zu werden. Damit war das Finale entschieden, außer einem weiteren Rauchbomben-Einsatz aus dem Fanblock hatte Rotschau nichts mehr entgegenzusetzen. 
Rotschau: Weidlich, Wilhelm (79. Hertwig), Schneider, Werner (75. Schwarz), Tröger, Kaiser, Reiher, Scheller, Sörgel, Friedrich, Barschdorf. 
Syrau: Zoephel, Begerock (75. Sennewald), D. Steinbach, Zierold, Weigl, Schneider, Rotthoff (43. P. Steinbach), Heinze (88. Wolf), Köttnitz, Oheim, Nestripke. 
Tore: 0:1 Schneider (7.), 0:2 Rotthoff (12.), 1:2 Barschdorf (16./Foulstrafstoß), 2:2 D. Steinbach (53./Eigentor), 2:3 Weigl (87.). 

Schiedsrichter: Zimmermann (Elsterberg). Zuschauer: 855. 

Andreas Wehner (Vorsitzender Vogtländischer Fußball-Verband): „Das Männer-Endspiel war ein Spektakel, wie wir uns das für die Zuschauer wünschen. Einzig die Rotschauer Rauchbomben hätten nicht sein müssen. Merkur hat alles Organisatorische sehr gut hinbekommen, einen super Rasen hingezaubert, die Versorgung hat 1 A geklappt. Das einzig Negative war das Nichterscheinen der Alten Herren aus Reichenbach am Freitag. Für die Austragung der Finals im nächsten Jahr gibt es übrigens noch keinen offiziellen Bewerber.“ 

Lutz Hieronimus (Merkur-Vorstandsmitglied): „Ein Riesenlob an unsere rund 50 Helfer, die Unterstützung aus dem Verein war phantastisch und die große Kulisse ja eine Anerkennung dieser Arbeit. Ganz schwach war nur die Absage der Alten Herren des Reichenbacher FC einen Tag vor dem Finale. Die Aktion war eines so namhaften Vereins unwürdig. Wir haben den Reichenbachern sogar angeboten, ihnen zu ihren zehn Leuten noch zwei, drei Spieler von uns auszuleihen, damit die Partie wenigstens stattfinden kann. Aber das hat man leider abgelehnt.“ 
(Bericht: Thomas Gräf)